2.
Wirtschaftsbericht

2.1
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen


Die konjunkturelle Lage in Deutschland war 2019 gekennzeichnet durch ein weiterhin stabiles Wirtschaftswachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg laut ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2019 um 0,6 %. Das Wachstum hat 2019 im Vergleich zum Vorjahr aber an Schwung verloren; im Jahr 2018 war das BIP um 1,5 % gewachsen.

Die wachsende Bevölkerung vor allem in den Großstädten hat in den vergangenen Jahren den Druck auf den deutschen Wohnungsmarkt stetig erhöht. Immobilienunternehmen, Politik und Bauverwaltungen versuchen, der gestiegenen Nachfrage nach Wohnraum insbesondere in Ballungsräumen Rechnung zu tragen. Von Januar bis November 2019 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 319.200 Wohnungen genehmigt. Das waren rund 1,3 % Baugenehmigungen mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Genehmigungen bezogen sich auf neu zu errichtende Gebäude als auch auf Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden.

Im November 2019 waren rund 45,5 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Damit setzt sich der seit über 13 Jahren anhaltende Trend des Anstiegs der Erwerbstätigkeit weiter fort. So wurde im November 2019 die höchste Zahl an Erwerbstätigen seit der Wiedervereinigung im Jahre 1991 erreicht.

Auch im Jahr 2019 befindet sich der durch die Europäische Zentralbank (EZB) festgelegte Leitzins auf einem historischen Tiefstand von 0,00 % (seit 2016). Im September 2019 hatte die EZB eine Senkung des Einlagenzinssatzes auf -0,5 % kombiniert mit einem Freibetrag für Einlagen der Banken bei der EZB und eine Wiederaufnahme von Anleihekäufen beschlossen. Experten erwarten, dass die neue EZB-Präsidentin den von ihrem Vorgänger eingeschlagenen Kurs inhaltlich fortsetzen wird. Die von Volkswirten prognostizierte leichte Konjunkturerholung im Laufe das Jahres 2020 dürfte die EZB in ihrer Haltung bestätigen. Für eine Straffung der Geldpolitik wird die Inflation in 2020 (im Jahresdurchschnitt wird mit einer Gesamtinflation von 1,0 % gerechnet) jedoch voraussichtlich zu schwach sein.

  

2.2
Die Entwicklung der Immobilienwirtschaft


Die Immobilienwirtschaft ist und bleibt ein wesentlicher Stabilitätsfaktor der deutschen Wirtschaft. Wohnen ist und bleibt ein Grundbedürfnis und damit Ausgangspunkt des lebendigen, sozialen Miteinanders. Die regional differenzierte Bevölkerungsentwicklung bildet dabei eine enorme Herausforderung. Im Gegensatz zu ländlichen Regionen verzeichnen viele Großstädte einen erheblichen Nachfrageüberhang in Bezug auf Wohnraum, was zu steigenden Wohnungsmieten führt und verstärkt Anreize für Neubaumaßnahmen impliziert.

  

2.3
Die Situation der Wohnungswirtschaft in Berlin


Die Wohnungsnachfrage in Berlin steigt seit Jahren kräftig an. Dies basiert vornehmlich auf dem Wachstum der Einwohner- und Haushaltszahlen. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zählte das Land Berlin zum 30. Juni 2019 3.754.418 Einwohner. Damit ist die Bevölkerung Berlins erneut, wenn auch etwas langsamer als im Vorjahr, gewachsen.

Das Einwohnerwachstum Berlins beeinflusst die Mietentwicklung nachhaltig. Laut dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zuletzt herausgegebenen „Berliner Mietspiegel 2019“ ist die ortsübliche Vergleichsmiete in den vergangenen zwei Jahren um 5,0 % gestiegen. Das ist allerdings ein deutlich schwächerer Anstieg als in den zwei Jahren zuvor auf Basis des Mietspiegels 2017 (+9,2 %).

Die Zahl der Baufertigstellungen in der Bundeshauptstadt hat sich zwar leicht erhöht, doch liegt die Anzahl der neu errichteten Wohnungen deutlich hinter den vom Senat anvisierten Zielgrößen. Der Nachfrageüberhang nach Wohnungen und die weiterhin starke Bautätigkeit bewirkten 2019 einen erneuten Anstieg der Preise für den Neubau sowie die Modernisierungstätigkeit. In Berlin stiegen die Baupreise für Neubauwohnungen im Jahr 2019 um durchschnittlich 5,4 % gegenüber 2018. Damit blieb der Preisauftrieb am Bau auf hohem Niveau, ging jedoch im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.

Laut dem Marktmonitor 2019 des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. (BBU) liegen bei BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin die Mieten im Bestand 17 % und bei der Neuvermietung fast 29 % unterhalb der jeweils vergleichbaren Marktmiete. Die Neuvertragsmieten stiegen moderat von durchschnittlich 7,45 €/m² nettokalt pro Monat auf 7,80 €/m², bei gleichzeitig hohen Investitionen und einem starken Engagement für gutes Wohnen.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am 30. Januar 2020 ein Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung (Mieten WoG Bln bzw. Mietendeckel) beschlossen. Zu den wesentlichen Regelungen dieses Gesetzes gehören ein Mietenstopp, Mietobergrenzen, Mietabsenkungen und die Begrenzung der Modernisierungsumlage. Die GESOBAU hat auf Basis des Gesetzentwurfs des Berliner Senats vom 22. Oktober 2019 die wesentlichen Punkte des Mietendeckels in der Mittelfristplanung berücksichtigt.

      

2.4
Geschäftsverlauf


Der GESOBAU-Konzern hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Jahresüberschuss von
24,8 Mio. € erfolgreich abgeschlossen. Das Planergebnis 2019 in Höhe von 24,5 Mio. € wurde damit leicht überschritten. Das Ergebnis 2019 ist wiederum durch sehr hohe Aufwendungen aus der Hausbewirtschaftung beeinflusst.

Die erheblichen Investitionen in die Wohnungsbestände entsprechen der strategischen Ausrichtung der GESOBAU und werden auch in Zukunft für ein nachhaltiges Wachstum sorgen.

  

GESOBAU-Konzern


Der Gesamtumsatz des GESOBAU-Konzerns lag im Geschäftsjahr 2019 bei 290,5 Mio. €. Die Soll-Nettomieteinnahmen aus Wohnungen werden mit 203,1 Mio. € ausgewiesen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete 2019 im Wohnungsbestand lag bei 6,17 € je Quadratmeter und Monat (Vorjahr: 6,04 € je Quadratmeter und Monat). Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum in Berlin standen zum 31. Dezember 2019 lediglich 2,2 % der eigenen Wohnungen leer; davon befanden sich 1,0 % der Wohnungen im modernisierungsbedingten Leerstand.

Zur Erhöhung beziehungsweise Sicherung der Bestandsqualität wurden im GESOBAU-Konzern für Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen 62,2 Mio. € und für aktivierungsfähige sowie nichtaktivierungsfähige Modernisierungsmaßnahmen 46,8 Mio. € im Geschäftsjahr aufgewendet.

Im Jahr 2019 wurden 199 Wohnungen neu errichtet. Insgesamt investierte der GESOBAU-Konzern im Geschäftsjahr 130,0 Mio. € in den Neubau sowie 11,4 Mio. € in projektierte Neubauankäufe.

  

GESOBAU AG


Die GESOBAU AG erwirtschaftete einen Umsatz von 272,0 Mio. €. Die Soll-Nettomieteinnahmen aus Wohnungen werden mit 191,1 Mio. € ausgewiesen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete 2019 im Wohnungsbestand lag bei 6,15 € je Quadratmeter und Monat.
   

2.4.1
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren


Wohnungswirtschaftliche und finanzielle Leistungsindikatoren
Die Anzahl der im Bau befindlichen und fertiggestellten Wohnungen sowie die Anzahl an Wohnungen in Modernisierungsprojekten sind neben den Investitionen in Neubau und Modernisierungen sowie den Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen die wesentlichen Kenngrößen zur Messung der Intensität der Bautätigkeit der Gesellschaften des GESOBAU-Konzerns.

Entwicklung des Wohnungsbestandes:

  

31.12.2018AbgängeZugänge31.12.2019
AnzahlAnzahlAnzahlAnzahl
Wohnungen GESOBAU AG39.590-145840.047
Wohnungen GESOBAU Wohnen2.3432.343
Für Dritte verwaltete Wohnungen563563
Wohnungen insgesamt42.496-145842.953

Die Veränderung des eigenen Wohnungsbestandes resultiert insbesondere aus 199 neu errichteten Wohnungen und dem Ankauf von 259 Wohnungen.

Wohnungswirtschaftliche Kennziffern des GESOBAU-Konzerns:

  

20192018
Umsatzerlöse Mio. €290,5279,4
davon SollmietenMio. €216,5207,5
davon Erlöse aus UmlagenabrechnungMio. €78,376,9
Erlösschmälerungen absolut (Leerstand, Mietminderungen)Mio. €7,48,2
Durchschnittliche Sollmiete Wohnungen€/m²6,176,04
Erlösschmälerungen im Verhältnis zu den Sollmieten%3,44,0
Leerstandsquote Wohnungen (31.12.)%2,193,09
Modernisierungs-/ Instandhaltungskosten (GuV)Mio. €98,065,4
Modernisierungs-/ Instandhaltungskosten (GuV)€/m²29,4823,32

Wohnungswirtschaftliche Kennziffern der GESOBAU AG:

20192018
Umsatzerlöse Mio. €272,0261,3
davon SollmietenMio. €203,6194,9
davon Erlöse aus UmlagenabrechnungMio. €74,172,9
Erlösschmälerungen absolut (Leerstand, Mietminderungen)Mio. €7,38,1
Durchschnittliche Sollmiete Wohnungen€/m²6,156,02
Erlösschmälerungen im Verhältnis zu den Sollmieten%3,64,1
Leerstandsquote Wohnungen (31.12.)%2,293,24
Modernisierungs-/ Instandhaltungskosten (GuV)Mio. €97,263,9
Modernisierungs-/ Instandhaltungskosten (GuV)€/m²30,9524,18

Zur Beurteilung der finanziellen Leistungsfähigkeit betrachten die Gesellschaften des GESOBAU-Konzerns den Jahresüberschuss. Mit den aus dem operativen Geschäft erwirtschafteten Mitteln sind der laufende Kapitaldienst und insbesondere auch ein ausreichend hoher Eigenkapitalanteil für Investitionen in Neubauten und den Wohnungsbestand zu decken.

Die Entwicklung der unternehmensbezogenen Kennziffern ist Bestandteil der Berichterstattung zum Quartals- und Jahresabschluss sowie zur Wirtschaftsplanung.

Die Kennzahlen zur Investitionstätigkeit dienen auf Projekt- und Unternehmensebene im Hinblick auf die Erweiterung der Portfolios durch Ankauf und Neubau als Steuerungsgrößen für Unternehmensentscheidungen.
 

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Zufriedenheit der Mieter*innen mit der Gesellschaft wird in alle zwei Jahre stattfindenden Mieterbefragungen erhoben. Hiermit sollen Wünsche, Kritik und Meinungen der Mieter*innen zu deren gegenwärtiger Wohnsituation und Zufriedenheit untersucht werden. Es soll Optimierungspotential analysiert und Möglichkeiten zur stetigen Verbesserung im Kundenverkehr aufgezeigt werden.

In der mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am 5. April 2017 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ hat sich die GESOBAU unter anderem zu einer ausgewogenen Bewirtschaftung ihrer Bestände verpflichtet, das heißt, unterschiedliche Einkommensgefüge bei der Vermietung von Wohnungen zu berücksichtigen.

Die GESOBAU hat als städtisches Wohnungsunternehmen im Sinne der kommunalen Daseinsvorsorge eine besondere Verantwortung für die Gestaltung und Förderung von Nachbarschaften, von Projekten zur Integration sowie des Miteinanders von Generationen und unterschiedlichen Kulturen. Unsere Gesellschaft verändert sich rasant: Neue Denkweisen und Fähigkeiten sind notwendig, um mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Aus der Digitalisierung, sich verändernden Mitarbeiter- und Kundenbedürfnissen sowie dem demografischen Wandel ergeben sich für die GESOBAU Notwendigkeiten, die fachlichen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dabei ist die Erfahrung mit kultureller und sozialer Vielfalt von großem Vorteil: Sie fördert Offenheit, Zusammenarbeit und Dialogbereitschaft im Unternehmen, bringt neue Impulse in unsere Belegschaft und in unsere Mieterschaft. Damit wird das Ziel verfolgt, die Quartiere zu stabilisieren und langfristig Sozialkosten zu senken.

2.5
Erläuterungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.5.1
Vermögenslage des GESOBAU-Konzerns und der GESOBAU AG


In den folgenden Übersichten zur Vermögenslage sind die einzelnen Vermögens- und Schuldposten nach wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst.

   

GESOBAU-Konzern31.12.201931.12.2018Veränderung
Mio. €Mio. €Mio. €
VERMÖGEN
Immaterielle Anlagen0,22,4-2,2
Sachanlagen2.136,01.958,1177,9
Finanzanlagen4,05,0-1,0
Anlagevermögen2.140,21.965,5174,7
Langfristige Forderungen0,00,00,0
Langfristiges Vermögen2.140,21.965,5174,7
Vorräte87,782,84,9
Kurzfristige Forderungen2,81,51,3
Flüssige Mittel18,212,35,9
Übrige Aktiva0,70,9-0,3
Kurzfristiges Vermögen109,497,611,8
2.249,62.063,1186,5
KAPITAL
Gezeichnetes Kapital78,378,30,0
Kapitalrücklage154,269,784,5
Gewinnrücklagen307,0266,041,0
Sonderrücklage0,083,2-83,2
Bilanzgewinn Konzern20,441,2-20,8
Ausgleichsposten1,51,20,2
Bilanzielles Eigenkapital561,3539,621,7
Unterschiedsbetrag Kapitalkonsolidierung15,716,2-0,4
Langfristiges Fremdkapital1.434,01.263,3170,7
Kurzfristiges Fremdkapital227,8234,0-6,2
Übrige Passiva10,810,00,8
Fremdkapital1.688,41.523,5164,9
2.249,62.063,1186,5

Der Anstieg der Bilanzsumme und des Sachanlagevermögens ist vornehmlich durch die Bautätigkeit sowie Bestandsankäufe begründet. Das langfristige Vermögen ist im Wesentlichen mit langfristigem Kapital finanziert. Die Eigenkapitalquote des GESOBAU-Konzerns sinkt gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte von 26,2 % auf 25,0 %, da die Bilanzsumme, insbesondere aufgrund der Neubautätigkeit, im Verhältnis zum Eigenkapital stärker gestiegen ist.

Die Veränderung im Eigenkapital resultiert aus dem Konzernjahresüberschuss sowie aus der unentgeltlichen Einbringung von Grundstücken in die GESOBAU durch den Gesellschafter.


 

GESOBAU AG31.12.201931.12.2018Veränderung
Mio. €Mio. €Mio. €
VERMÖGEN
Immaterielle Anlagen0,00,00,0
Sachanlagen1.966,21.787,5178,7
Finanzanlagen79,981,3-1,3
Anlagevermögen2.046,11.868,8177,2
Langfristige Forderungen0,00,00,0
Langfristiges Vermögen2.046,11.868,8177,2
Vorräte76,871,94,9
Kurzfristige Forderungen9,73,46,3
Flüssige Mittel10,45,45,0
Übrige Aktiva0,70,9-0,3
Kurzfristiges Vermögen97,581,616,0
2.143,61.950,3193,3
KAPITAL
Gezeichnetes Kapital78,378,30,0
Kapitalrücklage154,269,784,5
Gewinnrücklagen300,8263,037,8
Sonderrücklage0,083,2-83,2
Bilanzgewinn 21,637,8-16,1
Bilanzielles Eigenkapital554,9532,022,9
Langfristiges Fremdkapital1.361,11.186,0175,1
Kurzfristige Fremdkapital220,2225,7-5,5
Übrige Passiva7,46,60,8
Fremdkapital1.588,71.418,3170,4
2.143,61.950,3193,3

Die Vermögenslage der GESOBAU AG zeigt ein ausgeglichenes Bild. Das langfristige Vermögen ist im Wesentlichen mit langfristigem Kapital finanziert. Der Bilanzgewinn der GESOBAU AG wird mit 21,6 Mio. € ausgewiesen. Die Eigenkapitalquote sinkt um 1,4 Prozentpunkte von 27,3 % auf 25,9 %, da die Bilanzsumme im Verhältnis zum Eigenkapital stärker gestiegen ist.

2.5.2
Finanzlage


Die finanzielle Entwicklung des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

  

31.12.201931.12.2018
Mio. €Mio. €
Zahlungsmittelbestand am Jahresanfang12,322,2
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit123,4122,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit-247,3-215,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit129,782,9
Zahlungsmittelbestand am Jahresende18,212,3

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit des GESOBAU-Konzerns ist leicht um 1,2 Mio. € gestiegen. Die Investitionstätigkeit ist durch Ausgaben für den Neubau sowie durch Modernisierungsaufwendungen in den Beständen gekennzeichnet.

Ein aktives Finanzmanagement sichert die jederzeitige Liquidität des Konzerns sowie die Bedienung der Darlehen. Die Gesellschaften des GESOBAU-Konzerns verfügten während des gesamten Geschäftsjahres 2019 über ausreichende Liquidität. Zum Stichtag existieren kurzfristige Kreditlinien in Höhe von 89,0 Mio. €, davon waren 3,2 Mio. € ausgelastet. Daneben bestehen langfristige Kreditverträge in Höhe von 41,6 Mio. € zur freien Verwendung, welche zum Jahresultimo nicht valutierten.

Es existieren Forward-Zinsswap-Geschäfte mit Laufzeiten bis zum Jahr 2039. Hierzu wird auf die Angaben im Anhang zu Finanzderivaten verwiesen.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Darlehen mit einem Volumen von 241,0 Mio. € valutiert. Die Nettoverschuldung zum 31. Dezember 2019 beträgt 498,69 € je Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche.

Die finanzielle Entwicklung der GESOBAU AG stellt sich wie folgt dar:


  

31.12.2019 31.12.2018
Mio. €Mio. €
Zahlungsmittelbestand am Jahresanfang5,413,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit112,2112,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit-244,3-212,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit137,191,6
Zahlungsmittelbestand am Jahresende10,45,4

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 Mio. € gesunken. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist durch zunehmende Ausgaben für den Neubau sowie durch Modernisierungsaufwendungen in den Beständen gekennzeichnet. Die Neuvalutierungen betreffen überwiegend die Finanzierung von Neubaumaßnahmen.

2.5.3
Ertragslage
GESOBAU-Konzern20192018Veränderung
T€T€T€
Hausbewirtschaftung – vor Sondereffekten45.39958.553-13.154
Hausbewirtschaftung – inkl. Sondereffekte31.09949.273-18.174
Verkaufstätigkeit-50-12-38
Sonstiges Ergebnis-4.775-3.286-1.489
Betriebsergebnis26.27545.975-19.701
Beteiligungs- und Finanzergebnis-890-805-85
Neutrales Ergebnis-577-984406
Ergebnis vor Ertragsteuern24.80744.186-19.379
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-5-2.7732.768
Jahresergebnis24.80241.413-16.611

Der GESOBAU-Konzern hat im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss von 24,8 Mio. € erwirtschaftet. Der Gesamtumsatz liegt im Geschäftsjahr 2019 bei 290,5 Mio. € und resultiert überwiegend aus der Hausbewirtschaftung. Davon wurden 216,5 Mio. € (Vorjahr: 207,5 Mio. €) an Mieteinnahmen durch die bestandsführenden Gesellschaften GESOBAU und GESOBAU Wohnen erwirtschaftet. Die Steigerungen resultieren insbesondere aus Zugängen im Bestand durch Neubau und Ankauf. Das operative Geschäft ist positiv verlaufen. Die Hausbewirtschaftung ist durch planmäßig hohe Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen gegenüber dem Vorjahr (+14,8 Mio. €) geprägt. Die höheren Mieteinnahmen aus den Neubau- und Bestandszugängen wurden überweigend durch höhere Abschreibungen, höhere Zinsaufwendungen und höhere sonstige Aufwendungen ausgeglichen. Die Sondereffekte der Hausbewirtschaftung betreffen ausschließlich die GESOBAU AG und beinhalten nicht aktivierungsfähige Modernisierungskosten (+16,4 Mio. € ggü. Vorjahr), die Inanspruchnahme der Rückstellung für Bauinstandhaltung, notwendig gewordene Zuschreibungen im Anlagevermögen gemäß § 253 Abs. 5 HGB sowie außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB (im Saldo +5,0 Mio. € ggü. dem Vorjahr).

Die Aufwendungen der Hausbewirtschaftung liegen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 184,0 Mio. €. Diese beinhalten überwiegend Betriebskosten sowie Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten. Notwendige Großinstandsetzungen und Modernisierungen basieren durchgängig auf detaillierten Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie auf individuellen Portfoliostrategien und berücksichtigen dabei die wohnungspolitischen Rahmenbedingungen.

Die sonstige Geschäftstätigkeit beinhaltet die konzerneigene technische Betreuung von Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen, die Drittverwaltung und das Dienstleistungsergebnis.

Das neutrale Ergebnis umfasst sonstige neutrale Zuführungen und Auflösungen von Rückstellungen sowie Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen.

Das EBITDA stellt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Zu- und Abschreibungen dar und spiegelt die operative Ertragskraft wider. Der EBITDA 2019 liegt bei 91,4 Mio. €.


 

GESOBAU AG20192018Veränderung
T€T€T€
Hausbewirtschaftung – vor Sondereffekten36.13351.429-15.296
Hausbewirtschaftung – inkl. Sondereffekte21.83342.149-20.316
Verkaufstätigkeit-50-12-38
Sonstiges Ergebnis-3.617-2.694-922
Betriebsergebnis18.16739.442-21.276
Beteiligungs- und Finanzergebnis4.1011.4132.688
Neutrales Ergebnis-577-984406
Ergebnis vor Ertragsteuern21.69039.871-18.181
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-47-2.1182.072
Jahresergebnis21.64337.753-16.109

Der Jahresüberschuss hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 16,1 Mio. € vermindert. Dies ist durch planmäßig hohe Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen in den Bestand begründet. Die Ergebnisse aus Beteiligungserträgen sind aufgrund eines mit der bw Messdienste im Geschäftsjahr 2019 abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrages gestiegen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Ertrags- und Finanzlage

Der GESOBAU-Konzern hat im Kerngeschäft aufgrund eines Bündels von Maßnahmen kontinuierliche Ertragssteigerungen erreicht. Entscheidungen über Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen werden zur langfristigen Sicherung der Bestandsqualität und Umsatzerlöse getroffen. Mieterhöhungspotentiale werden stets in Abwägung mit der Entwicklung des Wohnungsleerstandes und den Erlösschmälerungen erschlossen. Daneben wirken sich die Fertigstellung von neuen Wohnungen und der Ankauf von Immobilien auf die Umsatzerlöse aus.