Mein Zuhause
mein Arbeitsplatz

Wenn seine Schicht um 7:00 Uhr morgens beginnt, verlässt Niko Götze seine Wohnung um 6:58 Uhr und kommt dennoch pünktlich in seinem Büro an, vorausgesetzt der Aufzug lässt nicht allzu lange auf sich warten. Niko Götze ist Hausmeister bei der ­GESOBAU mit Residenzpflicht im Märkischen Viertel im Norden Berlins. Residenzpflicht bedeutet, dass er in seinem Einzugsgebiet nicht nur Hausmeister, sondern gleichzeitig auch Mieter ist. Neben dem kurzen Weg zur Arbeit birgt diese Pflicht ­ viele Vorteile, vor allem für die Zufriedenheit der Mieter.

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Seit April 2017 betreut Niko Götze als Hausmeister der GESOBAU circa 550 Mieter in insgesamt 11 Hausaufgängen im Märkischen Viertel. Sein Arbeitsplatz ist zugleich sein Zuhause, was für ihn kein Problem darstellt: „Im Gegenteil, ich identifiziere mich mit ‚meinem‘ Gebiet und kann mich viel besser auf die Bedürfnisse der anderen Mieter einstellen“, erläutert Götze. Der 36-Jährige sorgt nicht nur für Ordnung und Sauberkeit in und rund um die Wohneinheiten: Er ist zudem erster Ansprechpartner bei ­Beschwerden der Mieter und gleichzeitig Psychologe und Sozial­arbeiter für die vielen unterschiedlichen Menschen im Viertel. „Das Märkische Viertel ist ein einzigartiger Mikrokosmos. Hier ­leben so viele Menschen verschiedener Kulturen und Alters­klassen friedlich miteinander. Es ist schon besonders, wie alle aufeinander aufpassen“, bewundert Götze. Wenn es trotzdem mal Reibereien gibt, baut er auf seine soziale Kompetenz: „Dann muss ich professionell bleiben und auf die Mieter zugehen, selbst wenn sie mir gegenüber laut werden. Das klappt ziemlich gut, sie haben ja in den meisten Fällen kein Problem mit mir.“ Diese Erfahrungen nutzt Götze für seine persönliche Weiter­bildung. Seit 2018 studiert er soziale Arbeit und kann durch die tägliche Interaktion mit den Mietern viel lernen: „Mein Job im Märkischen Viertel ist quasi Arbeit und Praktikum zugleich.“

Dass Götze von den anderen Mietern als Hausmeister anerkannt und respektiert wird, zeigt sich bei einem typischen Arbeitstag ganz deutlich. Während er seine Runde durch die Gebäude macht, trifft Götze immer wieder Mieter, mit denen er einen kleinen Smalltalk hält, bevor es weiter an die Arbeit geht. „Diese kleinen Gespräche sind sehr wichtig für mich, denn so kann ich schnell erkennen, ob der Mieter wirklich zufrieden ist. Und wenn er es ist, dann bin ich es auch“, klärt Niko Götze auf. Das führt nicht selten zu besonderen Situationen: „Oft kommen einige von ihnen während meiner Arbeitszeit ins Büro und bringen mir etwas Warmes zu Essen oder ein Stück Kuchen mit. Das ist dann ein besonders schönes Gefühl.“ Dass er nach Schichtende noch besucht wird, kommt indes selten vor: Die Mieter respektieren seinen Feierabend und lassen ihm seine Privatsphäre. „Oftmals werde ich, wenn ich in meiner Straßenkleidung auf meinem Fahrrad unterwegs bin, gar nicht mehr von den Mietern erkannt“, erzählt Götze. Und wie wird der Hausmeister von der ­GESOBAU unterstützt? „Von allen Seiten“, freut sich Götze. „Das Verhältnis zu den anderen Kollegen ist hervorragend. Es besteht ein sehr gutes Betriebs­klima mit einer immer freundlichen und transparenten Kommunikation untereinander.“ Auch für ihre Mieter hat die GESOBAU ein offenes Ohr: „Als die Mieter ein Grillfest im Hof planen wollten, haben sie mich um Hilfe gebeten. Wir als die GESOBAU haben die Mieter dann aktiv bei der Durchführung unterstützt. Das hat das fröhliche Miteinander hier im Viertel noch weiter bestärkt.“