2.
Wirtschaftsbericht

2.1
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen


Die konjunkturelle Lage in Deutschland war 2018 weiterhin gekennzeichnet durch ein stabiles Wirtschaftswachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag laut ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2018 um 1,5 % über dem Vorjahr. Im Jahr 2017 war das BIP um 2,2 % angestiegen.

Von Januar bis November 2018 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 315.200 Wohnungen genehmigt. Das waren 0,5 % oder 1.600 Baugenehmigungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Genehmigungen bezogen sich auf Neubauprojekte als auch auf Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden.

Die Situation auf den deutschen Wohnungsmärkten hat sich in den attraktiven Ballungsräumen und den wachstumsstarken Regionen in den letzten Jahren sehr rasch von einer weitgehend ausgeglichenen zu einer angespannten Marktkonstellation verändert.

Im Jahresdurchschnitt 2018 waren rund 44,8 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig, was nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes einem Anstieg um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit setzt sich der seit über 13 Jahren anhaltende Trend des Anstiegs der Erwerbstätigkeit weiter fort. So wurde im Jahr 2018 die höchste Zahl an Erwerbstätigen seit der Wiedervereinigung im Jahre 1991 erreicht.

Bereits seit dem Jahr 2016 befindet sich der durch die Europäische Zentralbank (EZB) festgelegte Leitzins auf einem historischen Tiefstand von 0,00 %. Die Zinssenkung erfolgte vor dem Hintergrund der niedrigen Inflationsrate beziehungsweise mit dem Ziel, die Konjunktur in der Eurozone weiter zu stabilisieren. Einige Volkswirte rechnen angesichts zunehmender Risiken für die Konjunktur inzwischen damit, dass die EZB mit der ersten Zinserhöhung bis ins Jahr 2020 hinein warten wird.

  

2.2
Die Entwicklung der Immobilienwirtschaft


Die Immobilienwirtschaft ist und bleibt ein wesentlicher Stabilitätsfaktor der deutschen Wirtschaft. Eine enorme Herausforderung für die Branche bleibt die regional differenzierte Bevölkerungsentwicklung. Im Gegensatz zu ländlichen Regionen verzeichnen viele Großstädte einen Nachfrageüberhang in Bezug auf Wohnraum, was zu steigenden Wohnungsmieten führt und verstärkt Anreize für Neubaumaßnahmen impliziert. Dabei dürfen allerdings die weiteren wohnungs- und immobilienwirtschaftlichen Herausforderungen – gerade auch in den ausgeglichenen und den schrumpfenden Regionen – nicht aus dem Fokus geraten. Die Anpassung der Bestände an die energie- und klimapolitischen Erfordernisse sowie die altersgerechte Modernisierung für ein selbstbestimmtes Wohnen von Senioren sind zentrale Themen für eine zukunftsorientierte Wohnungsversorgung in Deutschland. Anlässlich der Weltklimakonferenz im Dezember 2018 forderte der Gesamtverband der Wohnungswirtschaft ein klimapolitisches Umdenken im Gebäudebereich. Mit der bisherigen Klimastrategie der Bundesregierung lässt sich der Ausstoß von Treibhausgasemissionen nicht mehr maßgeblich verringern, sondern erhöht die Kosten für Vermieter und Mieter.

  

2.3
Die Situation der Wohnungswirtschaft in Berlin


Die Wohnungsnachfrage in Berlin steigt seit Jahren kräftig an. Dies basiert vornehmlich auf dem Wachstum der Einwohner- und Haushaltszahlen. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zählte das Land Berlin zum 30. Juni 2018 3.624.930 Einwohner. Damit ist die Bevölkerung Berlins erneut, wenn auch etwas langsamer als im Vorjahr, gewachsen.

Das Einwohnerwachstum Berlins beeinflusst die Mietentwicklung nachhaltig. Laut dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zuletzt herausgegebenen „Berliner Mietspiegel 2017“ sind zum Teil deutlich gestiegene ortsübliche Vergleichsmieten gegenüber dem Mietspiegel 2015 zu verzeichnen.

Der Nachfrageüberhang nach Wohnungen und die weiterhin starke Bautätigkeit bewirkten 2018 einen erneuten Anstieg der Preise für den Neubau sowie die Modernisierungstätigkeit. In Berlin stiegen die Baupreise für Wohnungen im Jahr 2018 um durchschnittlich 6,3 % gegenüber 2017. Damit verteuerte sich das Bauen in Berlin so stark wie seit 1992 nicht mehr, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.

Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 1,9 %. Das Einwohner­- und Wirtschaftswachstum Berlins beeinflusst auch die Entwicklung der Mieten deutlich. Laut Statistischem Bundesamt stiegen in Berlin im Jahr 2018 die Nettokaltmieten für Wohnungen um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Laut BBU Marktmonitor 2018 dämpfen die BBU Mitgliedsunternehmen mit Neuvertragsmieten von durchschnittlich 5,25 € bis 7,45 € nettokalt pro Monat bei gleichzeitig hohen Investitionen und einem starken Engagement für gutes Wohnen die Mieten. Dies ist auch die Ansicht von 83 % der Bewohner und Bewohnerinnen in Berlin-Brandenburg. Die durchschnittliche Miete lag im Jahr 2017 bei diesen Berliner Wohnungsunternehmen bei 5,98 € je Quadratmeter und Monat.

Der Berliner Wohnungsmarkt verzeichnete in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang des Leerstandes sowie eine anhaltend positive Marktentwicklung. Gründe dafür sind sowohl die demografische und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt als auch die gestiegene Neubautätigkeit.

  

2.4
Geschäftsverlauf


Der GESOBAU-Konzern hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Bilanzgewinn von 41,2 Mio. € sehr erfolgreich abgeschlossen. Der im Vorjahr erwirtschaftete Bilanzgewinn von 32,6 Mio. € wurde damit deutlich übertroffen; der im Wirtschaftsplan für 2018 geplante Bilanzgewinn (26,8 Mio. €) wurde um 14,4 Mio. € übertroffen. Das Kerngeschäft, die nachhaltige Bewirtschaftung und Vermietung der eigenen Wohnimmobilien, verläuft weiterhin sehr erfolgreich. Dabei steht das Engagement für soziale Aktivitäten sowie partizipative Maßnahmen zur Gestaltung lebenswerter Quartiere im Fokus.

Die erheblichen Investitionen in die Wohnungsbestände entsprechen der strategischen Ausrichtung der GESOBAU und werden auch in Zukunft für ein nachhaltiges Wachstum sorgen. Das wird sich positiv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

  

GESOBAU-Konzern


Der Gesamtumsatz des GESOBAU-Konzerns lag im Geschäftsjahr 2018 bei 279,4 Mio. €. Die Soll-Nettomieteinnahmen aus Wohnungen werden mit 195,8 Mio. € ausgewiesen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete 2018 im Wohnungsbestand lag bei 6,04 € je Quadratmeter und Monat. Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum in Berlin standen zum 31. Dezember 2018 lediglich 3,1 % der eigenen Wohnungen leer. Davon befanden sich 1,0 % der Wohnungen im modernisierungsbedingten Leerstand.
Zur Erhöhung beziehungsweise Sicherung der Bestandsqualität wurden von der GESOBAU für Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen 46,1 Mio. € und für aktivierungsfähige sowie nicht aktivierungsfähige Modernisierungsmaßnahmen 47,9 Mio. € im Geschäftsjahr aufgewendet.

Der nachhaltig hohen Nachfrage nach Wohnraum in Berlin kommt die GESOBAU mit ihrer Wachstumsstrategie nach. Im Geschäftsjahr 2018 wurden 618 Wohnungen neu errichtet. Darunter 506 Wohnungen in Berlin-Pankow sowie 112 Wohnungen in Berlin-Hellersdorf.

Insgesamt investierte die GESOBAU im Geschäftsjahr 2018 105,6 Mio. € in den Neubau sowie 13,8 Mio. € in projektierte Neubauankäufe. Dies entspricht der Vorjahres-Prognose von Investitionen in das Sachanlagevermögen von insgesamt 427,0 Mio. € in 2018 und 2019.
  

GESOBAU AG


Die GESOBAU AG erwirtschaftete einen Umsatz von 261,3 Mio. €. Die Soll-Nettomieteinnahmen aus Wohnungen werden mit 184,0 Mio. € ausgewiesen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete 2018 im Wohnungsbestand lag bei 6,02 € je Quadratmeter und Monat. Der Leerstand bei Wohnungen betrug per 31. Dezember 2018 lediglich 3,2 %. Davon befanden sich 1,1 % der Wohnungen im modernisierungsbedingten Leerstand.

2.4.1
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren


Wohnungswirtschaftliche und finanzielle Leistungsindikatoren
Die Anzahl der im Bau befindlichen und fertiggestellten Wohnungen sowie die Wohnungen in Modernisierungsobjekten sind neben den Investitionen in Neubau und Modernisierungen sowie den Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen die wesentlichen Kenngrößen zur Messung der Intensität der Bautätigkeit der Gesellschaften des GESOBAU-Konzerns.

Im Rahmen der Immobilienbewirtschaftung verfolgen die GESOBAU und die GESOBAU Wohnen neben der Entwicklung der Sollmiete insbesondere die Leerstandsquote. Die Leerstandsquote setzt sich dabei aus dem strategischen Leerstand, insbesondere aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen, und dem vermietungsbedingten Leerstand im Rahmen eines Mieterwechsels beziehungsweise aufgrund mangelnder Wohnraumnachfrage zusammen.

Entwicklung des Wohnungsbestandes:

  

01.01.2018AbgängeZugänge31.12.2018
AnzahlAnzahlAnzahlAnzahl
Wohnungen GESOBAU AG38.926-166539.590
Wohnungen GESOBAU Wohnen KG2.3432.343
Für Dritte verwaltete Wohnungen564-1563
Wohnungen insgesamt41.833-266542.496

Die Veränderung des eigenen Wohnungsbestandes resultiert insbesondere aus 618 neu errichteten Wohnungen, dem Ankauf von 39 Wohnungen und 8 sonstigen Zugängen.

Wohnungswirtschaftliche Kennziffern des GESOBAU-Konzerns:

  

20182017
Umsatzerlöse Mio. €279,4269,7
davon SollmietenMio. €207,5197,7
davon Erlöse aus UmlagenabrechnungMio. €76,976,2
Erlösschmälerungen absolut (Leerstand, Mietminderungen)Mio. €8,28,0
DurchschnittlicheSollmiete Wohnungen €/m²6,045,84
Erlösschmälerungenim Verhältnis zu den Sollmieten%4,04,1
Leerstandsquote Wohnungen (31.12.) %3,092,55
Modernisierungs-/Instandhaltungskosten (GuV)Mio. €65,465,6
Modernisierungs-/Instandhaltungsausgaben (GuV)€/m²23,3223,73

Wohnungswirtschaftliche Kennziffern der GESOBAU AG:

20182017
Umsatzerlöse Mio. €261,3252,0
davon SollmietenMio. €194,9185,4
davon Erlöse aus UmlagenabrechnungMio. €72,972,3
Erlösschmälerungen absolut (Leerstand, Mietminderungen)Mio. €8,17,8
Durchschnittliche Sollmiete Wohnungen€/m²6,025,81
Erlösschmälerungen im Verhältnis zu den Sollmieten%4,14,2
Leerstandsquote Wohnungen (31.12.) %3,242,66
Modernisierungs-/Instandhaltungskosten (GuV)Mio. €63,963,6
Modernisierungs-/Instandhaltungsausgaben (GuV)€/m²24,1824,34

Zur Beurteilung der finanziellen Leistungsfähigkeit betrachten die Gesellschaften des GESOBAU-Konzerns den Jahresüberschuss. Eine weitere wesentliche Kennzahl ist der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Mit den aus dem operativen Geschäft erwirtschafteten Mitteln sind der laufende Kapitaldienst und insbesondere auch ein ausreichend hoher Eigenkapitalanteil für Investitionen in Neubauten und den Wohnungsbestand zu decken.

Die Entwicklung der unternehmensbezogenen Kennziffern ist Bestandteil der Berichterstattung zum Quartals- und Jahresabschluss sowie zur Wirtschaftsplanung.

Die Kennzahlen zur Investitionstätigkeit dienen auf Projekt- und Unternehmensebene im Hinblick auf die Erweiterung der Portfolios durch Ankauf und Neubau als Steuerungsgrößen für Unternehmensentscheidungen.
 

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Zufriedenheit der Mieterinnen und Mieter mit der Gesellschaft wird in alle zwei Jahre stattfindenden Mieterbefragungen erhoben. Hiermit sollen Wünsche, Kritik und Meinungen der Mieter zu deren gegenwärtiger Wohnsituation und Zufriedenheit untersucht werden. Es soll Optimierungspotential analysiert und Möglichkeiten zur stetigen Verbesserung im Kundenverkehr aufgezeigt werden.

In der mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am 5. April 2017 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ hat sich die GESOBAU unter anderem zu einer ausgewogenen Bewirtschaftung ihrer Bestände verpflichtet, das heißt, unterschiedliche Einkommensgefüge bei der Vermietung von Wohnungen zu berücksichtigen.

Die GESOBAU hat als städtisches Wohnungsunternehmen im Sinne der kommunalen Daseinsvorsorge eine besondere Verantwortung für die Gestaltung und Förderung von Nachbarschaften, von Projekten zur Integration sowie des Miteinanders von Generationen und unterschiedlichen Kulturen. Mit dieser Zielsetzung wird eine Vielzahl von sozialen Projekten und ökologischen Maßnahmen teilweise bereits seit Jahren erfolgreich durchgeführt und das Ziel verfolgt, die Quartiere zu stabilisieren und langfristig Sozialkosten zu senken.

2.5
Erläuterungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.5.1
Vermögenslage des GESOBAU-Konzerns und der GESOBAU AG


In den folgenden Übersichten zur Vermögenslage sind die einzelnen Vermögens- und Schuldposten nach wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten zusammengefasst.

   

GESOBAU-Konzern31.12.201831.12.2017Veränderung
Mio. €Mio. €Mio. €
Vermögen
Immaterielle Anlagen2,43,2-0,8
Sachanlagen1.958,11.791,0167,1
Finanzanlagen5,05,00,0
Anlagevermögen1.965,51.799,2166,3
Langfristige Forderungen0,00,00,0
Langfristiges Vermögen1.965,51.799,2166,3
Vorräte82,881,61,2
Kurzfristige Forderungen1,51,00,5
Flüssige Mittel12,322,2-9,9
Übrige Aktiva0,91,2-0,3
Kurzfristiges Vermögen97,6106,0-8,4
2.063,11.905,2157,9
Kapital
Gezeichnetes Kapital78,378,30,0
Konzernkapitalrücklage69,765,64,1
Gewinnrücklage266,0233,332,7
Sonderrücklage83,283,20,0
Bilanzgewinn Konzern41,232,68,5
Ausgleichsposten1,21,10,2
Bilanzielles Eigenkapital539,6494,145,6
Unterschiedsbetrag Kapitalkonsolidierung16,216,6-0,4
Langfristiges Fremdkapital1.263,31.190,372,9
Kurzfristiges Fremdkapital234,0192,141,9
Übrige Passiva10,012,1-2,1
Fremdkapital1.523,51.411,2112,3
2.063,11.905,2157,9

Die Vermögenslage des GESOBAU-Konzerns zeigt ein ausgeglichenes Bild. Das langfristige Vermögen ist im Wesentlichen mit langfristigem Kapital finanziert.

Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2018 sowie die Erhöhung der Kapitalrücklage führten zu einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals und einer Erhöhung der Eigenkapitalquote von 25,9 % auf 26,2 %.

 

GESOBAU AG31.12.201831.12.2017Veränderung
Mio. €Mio. €Mio. €
Vermögen
Immaterielle Anlagen0,00,00,0
Sachanlagen1.787,51.619,6167,9
Finanzanlagen81,381,5-0,2
Anlagevermögen1.868,81.701,1167,5
Langfristige Forderungen0,00,00,0
Langfristiges Vermögen1.868,81.701,2167,5
Vorräte71,971,00,9
Kurzfristige Forderungen3,43,00,4
Flüssige Mittel5,413,6-8,2
Übrige Aktiva0,91,2-0,3
Kurzfristiges Vermögen81,688,8-7,2
1.950,31.790,0160,3
Kapital
Gezeichnetes Kapital78,378,34,1
Kapitalrücklage69,765,64,1
Gewinnrücklage263,0233,229,8
Sonderrücklage83,283,20,0
Bilanzgewinn des Mutterunternehmens37,829,87,9
Bilanzielles Eigenkapital532,0490,141,9
Langfristiges Fremdkapital1.186,01.107,378,7
Kurzfristiges Fremdkapital225,7184,041,9
Übrige Passiva6,68,6-2,0
Fremdkapital1.418,31.299,9118,5
1.950,31.790,0160,3

Die Vermögenslage der GESOBAU AG zeigt ein ausgeglichenes Bild. Das langfristige Vermögen ist im Wesentlichen mit langfristigem Kapital finanziert.

Der Bilanzgewinn der GESOBAU AG wird mit 37,8 Mio. € ausgewiesen. Die Eigenkapitalquote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 27,3 %, da die Bilanzsumme im Verhältnis zum Eigenkapital stärker gestiegen ist.

2.5.2
Finanzlage


Die finanzielle Entwicklung des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

  

31.12.2018 31.12.2017
Mio. €Mio. €
Zahlungsmittelbestand am Jahresanfang22,248,1
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit122,2125,7
Cashflow aus Investitionstätigkeit-215,0-165,2
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit82,913,6
Zahlungsmittelbestand am Jahresende12,322,2

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist durch Ausgaben für den Neubau sowie durch Modernisierungsaufwendungen in den Beständen gekennzeichnet.

Es konnten aus der freien Liquidität der Gesellschaft insbesondere höherverzinsliche Darlehen außerplanmäßig zurückgeführt werden.

Ein aktives Finanzmanagement sichert die jederzeitige Liquidität des Konzerns sowie die Bedienung der Darlehen. Die Gesellschaften des GESOBAU-Konzerns verfügten während des gesamten Geschäftsjahres 2018 über ausreichende Liquidität. Zum Stichtag existieren kurzfristige Kreditlinien in Höhe von 89,0 Mio. €.

Es bestehen Forward-Zinsswap-Geschäfte mit Laufzeiten bis zum Jahr 2039. Hierzu wird auf die Angaben im Anhang zu Finanzderivaten verwiesen.

Im Geschäftsjahr 2018 wurden Darlehen mit einem Volumen von 165,4 Mio. € valutiert. Die Nettoverschuldung pro Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche beträgt zum Ende des Jahres 2018 455,68 €.

Die finanzielle Entwicklung der GESOBAU AG stellt sich wie folgt dar:

  

31.12.2018 31.12.2017
Mio. €Mio. €
Zahlungsmittelbestand am Jahresanfang13,636,0
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit112,5118,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit-212,3-163,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit91,622,8
Zahlungsmittelbestand am Jahresende5,413,6

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Mio. € leicht gesunken. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist durch zunehmende Ausgaben für den Neubau sowie durch Modernisierungsaufwendungen in den Beständen gekennzeichnet. Die Neuvalutierungen betreffen überwiegend die Finanzierungen von Neubaumaßnahmen.

2.5.3
Ertragslage


Der GESOBAU-Konzern hat im Berichtsjahr einen Überschuss von 41,4 Mio. € erwirtschaftet.

 

GESOBAU-Konzern20182017Veränderung
T€T€T€
Hausbewirtschaftung
– vor Sondereffekten
58.55353.9054.648
Hausbewirtschaftung
– inkl. Sondereffekte
49.27337.06312.210
Verkaufstätigkeit-12813-825
Sonstiges Ergebnis-3.286-2.438-848
Betriebsergebnis45.97535.43810.537
Beteiligungs- und Finanzergebnis-805-1244439
Neutrales Ergebnis-984-556-428
Ergebnis vor Ertragsteuern44.18633.63810.548
Steuern vom Einkommen und Ertrag-2.773-867-1.906
Jahresergebnis41.41332.7718.642

Der Gesamtumsatz liegt im Geschäftsjahr 2018 bei 279,4 Mio. € und resultiert überwiegend aus der Hausbewirtschaftung. Davon wurden 207,5 Mio. € (Vorjahr: 197,7 Mio. €) an Mieteinnahmen durch die bestandsführenden Gesellschaften GESOBAU AG und GESOBAU Wohnen erwirtschaftet. Die Steigerungen resultieren überwiegend aus Zugängen im Bestand durch Neubau, höhere Neuvertragsmieten sowie aus Mieterhöhungen im Bestand. Die Erlösschmälerungen resultieren aus Wohnungsleerstand sowie zu gewährenden Mietminderungen insbesondere während Modernisierungsmaßnahmen. Die Sondereffekte betreffen ausschließlich die GESOBAU AG und beinhalten nicht aktivierungsfähige Modernisierungskosten, die Inanspruchnahme der Rückstellung für Bauinstandhaltung, notwendig gewordene Zuschreibungen im Anlagevermögen gemäß § 253 Abs. 5 HGB in Höhe von 12,2 Mio. € sowie außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 4,8 Mio. €.

Die Aufwendungen der Hausbewirtschaftung liegen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 146,9 Mio. €. Diese beinhalten überwiegend Betriebskosten sowie Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten. Notwendige Großinstandsetzungen und Modernisierungen basieren durchgängig auf detaillierten Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Bei der Budgetierung der Instandhaltungs- und Instandsetzungsmittel folgt die GESOBAU individuellen Portfoliostrategien und berücksichtigt dabei die wohnungspolitischen Rahmenbedingungen.

Die sonstige Geschäftstätigkeit beinhaltet die konzerneigene technische Betreuung von Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen, die Drittverwaltung und das Dienstleistungsergebnis.

Das neutrale Ergebnis umfasst sonstige neutrale Zuführungen und Auflösungen von Rückstellungen sowie Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen.

Das EBITDA stellt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dar und spiegelt die operative Ertragskraft wider. Das operative Ergebnis 2018 liegt bei 118,2 Mio. € und übertrifft somit den prognostizierten Wert von durchschnittlich 101,1 Mio. € in 2018 und 2019.

 

GESOBAU AG20182017Veränderung
T€T€T€
Hausbewirtschaftung – vor Sondereffekten51.42949.4012.028
Hausbewirtschaftung – inkl. Sondereffekten42.14932.5589.591
Verkaufsätigekeit-12813-825
Sonstiges Ergebnis-2.694-3.013319
Betriebsergebnis39.44230.3589.084
Beteiligungs- und Finanzergebnis1.413533879
Neutrales Ergebnis-984-556-428
Ergebnis vor Ertragsteuern39.87130.3359.536
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-2.118-527-1.591
Jahresergebnis37.75329.8087.945

Die Ertragsteuern im Jahr 2018 sind im Wesentlichen durch die Körperschaftsteuer in Höhe von 1,1 Mio. € und die Gewerbesteuer von 1,0 Mio. € geprägt.

Der Jahresüberschuss hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Mio. € erhöht. Die Entwicklung des Ergebnisses übertrifft damit die Planung in Höhe von 17,2 Mio. €.

Maßnahmen zur Verbesserung der Ertrags- und Finanzlage

Der GESOBAU-Konzern hat im Kerngeschäft aufgrund eines Bündels von Maßnahmen kontinuierliche Ertragssteigerungen erreicht. Mieterhöhungspotentiale werden stets in Abwägung mit der Entwicklung des Wohnungsleerstandes und den Erlösschmälerungen erschlossen. Daneben wirken sich die Fertigstellung von neuen Wohnungen und der Ankauf von Immobilien positiv auf die Umsatzerlöse aus.