Lagebericht der GESOBAU AG

Das Unternehmen

 

Geschäftstätigkeit und Organisation


Das Kerngeschäft der GESOBAU AG (nachfolgend GESOBAU oder die Gesellschaft) ist die nachhaltige und effiziente Bewirtschaftung von eigenen Wohnungsbeständen sowie der damit verbundenen Gewerbeobjekte. Durch umfassende Neubautätigkeit und Ankauf von Wohnanlagen wird das Bestandsportfolio jährlich stetig erweitert.

Zum 31. Dezember 2017 bewirtschaftete die GESOBAU insgesamt 41.269 Wohnungen (davon 2.343 Wohnungen in Tochtergesellschaften). Der Wohnungsbestand stieg im Geschäftsjahr 2017 um 538 Wohnungen, insbesondere durch die Neuerrichtung von Wohnungen (373 Wohnungen), an.

Das Geschäftsjahr 2017 wurde mit einem Bilanzgewinn von 29,8 Mio. € sehr erfolgreich abgeschlossen. Die für das Jahr 2017 geplanten Umsatzerlöse und der erwartete Bilanzgewinn wurden damit deutlich übertroffen. Das Sachanlagevermögen stieg um 112,0 Mio. € auf 1.619,6 Mio. €.

Als städtisches Wohnungsunternehmen leistet die GESOBAU aktiv einen Beitrag, um in der dynamisch wachsenden Stadt Berlin auch in Zukunft bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung bereitzustellen und lebendige Nachbarschaften zu erhalten.

Durch den Zuzug von jährlich rd. 40.000 Menschen in die Stadt erhöht sich der Druck auf den Wohnungsmarkt erheblich. Um diesem entgegenzuwirken, soll bis zum Jahr 2026 der städtische Wohnungsbestand planmäßig auf 400.000 Wohnungen, der Bestand der GESOBAU auf rd. 52.000 Wohnungen, anwachsen.

Derzeit befinden sich in der GESOBAU 5.397 Neubauwohnungen in unterschiedlichen Planungs- und Umsetzungsstadien. Grundlage hierfür ist auch die im April 2017 abgeschlossene Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ mit dem Land Berlin. 


Mitarbeiter


Die GESOBAU beschäftigte zum Bilanzstichtag 321 Mitarbeiter inkl. Aushilfen und Praktikanten (Vorjahr: 304). Der Anteil der Frauen liegt bei 65,7 %, der Anteil der Schwerbehinderten bei 3,3 %. Mit einer Auszubildendenquote von 11,5 % investiert die Gesellschaft zielgerichtet in den Nachwuchs. Am Jahresende 2017 waren 37 Auszubildende und Studierende bei der GESOBAU beschäftigt. Damit die GESOBAU den Herausforderungen und Veränderungen in der Wohnungsbranche weiterhin gewachsen ist, wurde ein zielgruppen- und kompetenzorientiertes Aus- und Weiterbildungsprogramm entwickelt. Der Vorstand unterstützt ausdrücklich die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Diese tragen zur Stärkung der Bindung qualifizierter Mitarbeiter bei.

Seit dem 01. Januar 2016 gilt eine Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen. Im Aufsichtsrat ist eine Frauenquote von 55,6 % umgesetzt. In der GESOBAU werden derzeit 50,0 % der Führungspositionen von Frauen wahrgenommen.

Der Personalaufwand lag aufgrund tariflicher Lohn- und Gehaltsanpassungen und steigender Personalzahlen im Geschäftsjahr 2017 mit 18,3 Mio. € um 6,2 % über dem Vorjahresniveau.


Nachhaltigkeit


Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil der Unternehmenskultur, der Unternehmenswerte und der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft. Sie ist fest verankert, um einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region zu leisten und dabei negative Auswirkungen für Umwelt, Menschen und Gesellschaft möglichst gering zu halten. Auch im Geschäftsjahr 2017 waren sämtliche Prozesse, Maßnahmen und Initiativen in allen Handlungsfeldern nachhaltig ausgelegt. Die unterschiedlichen Aspekte unseres Nachhaltigkeitsmanagements werden konkret und operativ im gesamten Unternehmen beachtet. Die Herausforderung besteht dabei darin, den ökonomischen Erfolg mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit in Einklang zu bringen. Die Kunden und auch die interessierte Berliner Öffentlichkeit profitieren in vielfältigster Weise vom Nachhaltigkeitsengagement der GESOBAU. Im siebten Nachhaltigkeitsbericht wird dargestellt, welche Maßnahmen ergriffen werden, um der Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft und den Mitarbeitern gerecht zu werden und welche Fortschritte in diesen Handlungsfeldern erzielt wurden.


Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat


Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten eng und vertrauensvoll im Interesse des Unternehmens zusammen. Der Vorstand besteht aus zwei Mitgliedern; der Aufsichtsrat aus neun, von denen drei von den Mitarbeitern der GESOBAU gewählt werden. Der Vorstand leitet die Gesellschaft und führt deren Geschäfte mit dem Ziel einer nachhaltigen Wertschöpfung. Die Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder ergeben sich aus dem Geschäftsverteilungsplan.

Entsprechend der Satzung bestellt der Aufsichtsrat die Mitglieder des Vorstandes. Der Aufsichtsrat entscheidet, aus wie vielen Mitgliedern sich der Vorstand zusammensetzt. Ebenso erlässt der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung und einen Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand. Die Geschäftsordnung enthält einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte. Jedes Vorstandsmitglied ist berechtigt und auf Verlangen des Aufsichtsrates verpflichtet, an den Sitzungen des Aufsichtsrates teilzunehmen.

Die Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Aufsichtsratsgremiums, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Vorstand nimmt an allen Sitzungen des Aufsichtsrates teil. Er berichtet schriftlich und mündlich zu den einzelnen Tagesordnungspunkten und Beschlussvorlagen und beantwortet die Fragen der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder.

Die zur Beschlussfassung notwendigen Unterlagen werden den Mitgliedern des Aufsichtsrates spätestens drei Wochen vor der Sitzung vorgelegt. Bevor sich das Plenum trifft, findet ein Vorgespräch der Arbeitnehmervertreter mit dem Vorstand statt, in dem der Vorstand Details erläutert und Fragen beantwortet. Von der Möglichkeit, Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren zu fassen, wird nur in den Fällen Gebrauch gemacht, die besonders eilbedürftig sind.

Insbesondere die Vorsitzende des Aufsichtsrates trifft sich regelmäßig mit dem Vorstand, um aktuelle Fragen zu erörtern. Darüber hinaus informiert der Vorstand die Aufsichtsratsvorsitzende mündlich und schriftlich über aktuelle Entwicklungen.

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Personalausschuss und dem Finanz- und Grundstücksausschuss zwei Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Der Personalausschuss besteht aus drei Mitgliedern; der Finanz- und Grundstücksausschuss aus fünf. In beide Ausschüsse ist ein Vertreter der Arbeitnehmer entsandt.

Der Personalausschuss bereitet die Bestellung von Vorstandsmitgliedern einschließlich der Bedingungen der Anstellungsverträge und der Vergütung vor. Der Finanz- und Grundstücksausschuss hat die Aufgabe, den Aufsichtsrat bei der Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktionen, insbesondere hinsichtlich der Rechnungslegung, zu unterstützen. Der Finanz- und Grundstücksausschuss übernimmt auch die Funktion des Prüfungsausschusses.


Wechsel in den Organen


Im Vorstand gab es im Berichtsjahr keine personellen Veränderungen. Im Aufsichtsrat fand ein Wechsel statt. Es wurde ein festes Mitglied aus dem neu gewählten Mieterrat der GESOBAU in den Aufsichtsrat entsandt.


Beziehungen zum Land Berlin


Über die Beziehungen zum Land Berlin hat der Vorstand gemäß § 312 Aktiengesetz (AktG) einen Abhängigkeitsbericht erstellt. Dieser schließt mit folgender Erklärung:

„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zum Land Berlin aufgeführten Rechtsgeschäften des Geschäftsjahres 2017 nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten.

Bei den in diesem Bericht genannten Maßnahmen des Geschäftsjahres 2017 wurde das Unternehmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die dem Vorstand im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.

Über die in diesem Bericht genannten Maßnahmen des Geschäftsjahres 2017 hinaus wurden im Berichtsjahr keine weiteren Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des Landes Berlin und der mit ihm verbundenen Unternehmen getroffen noch unterlassen.“